Die Gestalttherapie wurde von dem Psychoanalytiker Fritz Perls und seiner Frau Lore, die ebenfalls Psychoanalytikerin war, entwickelt.  Perls suchte nach einer Methode, um Kopflastigkeit, Aufwendigkeit und Vergangenheitsorientierung der Psychoanalyse zu überwinden.Das tiefenpsychologische Verständnis von Neurosen und der Bedeutung von Abwehrmechanismen wurden aber auch in der Gestalttherapie weitgehend berücksichtigt. Daneben war die Gestaltpsychologie Namensgeberin und eine der  tragenden Säulen der

Gestalttherapie. Gestaltpsychologen beschäftigten sich  mit den Prinzipien, nach denen unsere Wahrneh-mung organisiert ist. Sie fanden heraus, dass unser Denken und Handeln ganz bestimmten übergreifenden Gesetzmäßigkeiten erfolgt. Diese nannten sie Gestaltgesetze und identifizierten insgesamt über 100 davon. Innerhalb der Gestalttherapie haben vor allem die folgenden Gestaltgesetze besondere Bedeutsamkeit erlangt.

* Die Wahrnehmung einer Gestalt erfolgt nach dem Figur-Grund-Prinzip, d.h. was wann und wie für uns Gestalt annimmt, also von uns wahrgenommen wird, hängt davon ab wie der Hintergrund in Erscheinung tritt.

Wenn wir belastende Erlebnisse aus verschiedenen Perspektiven betrachten können, erhalten wir mehr Abstand und eine größere Anzahl von Lösungsmöglichkeiten.

* Unser Verhalten neigt zur Bildung möglichst guter Gestalten, es drängt uns ein schief hängendes Bild gerade zu rücken. Die Dinge die uns im Leben misslungen sind, haften besonders gut in unserer Erinnerung und wollen zu einem befriedigtem Abschluss kommen.

*Awareness (angelehnt an den Zen-Buddhismus)

Ein Grundprinzip gestalttherapeutischen Denkens, wonach allein schon wertungsfreie Achtsamkeit heilend wirkt. Die Zentrierung auf das Hier und Jetzt der gegenwärtigen Erfahrungen, das Annehmen der eigenen Gefühle im Gegensatz zum Analysieren- und Verändernwollen sowie die Betonung der autonomen Selbstregulation und des Gleichgewichts aller Kräfte kennzeichnen den gestalttherapeutischen Ansatz.